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...die Favoriten:


Kritik auf einen Blick

Buchtitel (alphabetisch geordnet) Autor ISBN Kritiker/in
go! Assassini Thomas Gifford 3404135091 Jochen Furthmüller
go! Die Legende vom Ozeanpianisten Alessandro Baricco 3492041043 Sebastian Göhler
go! Die Legende vom Ozeanpianisten (Nachtrag) Alessandro Baricco 3492041043 Marita Mittag
go! Die vierte Hand John Irving 3257233701 Sebastian Göhler
go! Gott, eine Biographie Jack Miles 3423307110 Jochen Furthmüller
go! Iluminati (Angels & Demons) Dan Brown 3404148665 Manuel Furthmüller
go! Islam und Terrorismus Mark A. Gabriel 393519739X Manuel Furthmüller
go! Sakrileg (DaVinci Code) Dan Brown 3404154851 Manuel Furthmüller
go! Troja Gisbert Haefs 3453879635 Jochen Furthmüller
go! Zwei von Zwei Andrea De Carlo 3492232949 Marita Mittag


Dan Brown: "Illuminati (Angels & Demons)"

ISBN: 3404148665

"Iluminati" ist zwar der Vorgänger zu "Sakrileg", doch viele Leute wurden erst duch "Sakrileg" auf dieses Buch aufmerksam. Auch hier gilt wie beim Nachfolger: Absolute Leserattengefahr. Das Buch zur Seite zu legen ist äußerst schwierig, an Spannung kaum zu überbieten.

Doch auch hier gilt: Was ist Realität, was Fiktion? Die Theorien des Autors hören sich unglaublich einleuchtend an und erst bei einer extrem ausgiebigen Betrachtung werden Lücken in der Argumentation klar. Gibt es die Illuminati noch, oder nicht? Zu welchem Schluß kommt die Hauptperson des Buches?

Ein Labyrinth von Rätseln erwarten jeden Besucher, wie beim Vorgängerbuch befindet sich der Eingang zu diesem Labyrinth schon auf den ersten Seiten. Danach kommt Herzrasen bis zum Schluß - pausenlos. Manch einem mag das zu anstrengend sein, wer einen packenden Thriller sucht, der sollte nicht an diesem Buch vorbeigehen!

Manuel Furthmüller, 23. April 2006




Dan Brown: "Sakrileg (DaVinci Code)"

ISBN: 3404154851

Es hat bei mir ziemlich lange gedauert, bis ich einmal kapiert habe, dass "Sakrileg" die deutsche Ausgabe ist von "DaVinci Code", dem Buch das auf internationaler Bühne für Furore sorgte und das immer noch tut. Das steigerte meine Motivation über meine Lesefaulheit hinweg und wer Bücher von Dan Brown kennt, denn verwundert es dann nicht, dass ich das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen konnte.

Sakrileg war für mich eine Dan Brown Premiere, und während der Überfahrt von Panama nach Tahiti wurde ich in den Bann dieses Buches gezogen. Die Kapitel sind alle nur wenige seiten lang, so dass beim Leser schon nach kurzem eine Art Salamitaktik einsetzt, und man immer noch eins und noch eins, und noch eins liest. Vorm Essen noch ein Kapitel, vorm Zähneputzen, vorm... bis der Schinken durch ist.

Ereignisse überschlagen sich und das schon in den ersten Kapiteln. Manch einem Leser mag das etwas stumpf erscheinen, weil die Charaktere nicht wie bei anderen Büchern zunächst über zig Seiten beschrieben werden, doch mir gefällt genau das an Dan Browns Büchern sehr gut.

Auf eine Sache ist bei diesem Buch besonders zu achten: Dan Brown schafft es, mit Hilfe von Aussagen und Theorien, die an sich schon fragwürdig sind, andere Aussagen und Tatsachen als fragwürdig darzustellen. Eines sollte einem als Leser stets bewußt sein: Dan Brown stützt die Aussagen seiner Hauptfigur nicht auf beweisbare Quellen, doch einem unaufmerksamen Leser kann es trotzdem leicht passieren, den Realitätssinn zu verlieren.

In meinen Augen ein absolut geniales Buch und sehr weiterzuempfehlen!

Manuel Furthmüller, 21. April 2006




Jack Miles: "Gott, eine Biographie"

ISBN: 3423307110

Jack Miles ist ein Literaturwissenschaftler. Und dementsprechend geht er an das alte Testament der Bibel, also sozusagen an die jüdische Bibel, auch mit einem eher ungewöhnlichen Ansatz heran. Er versucht, diese Texte als ein literarisches Werk zu betrachten. Als ein Buch, dass das Leben Gottes beschreibt.

Wenn man es schafft, seinem Ansatz zu folgen, und sich nicht in seinem religiösen Empfinden davon kränken zu lassen, dass Gott eben als eine literarische Figur wie zum Beispiel Shakespears Hamlet behandelt wird, dann wird man mit teilweise interessanten gleichwohl teilweise verqueren neuen Ansichten auf die so wichtige Frage "Wer, und wie ist Gott" belohnt. Zu diesen Ansichten gelangt der Autor, in dem er versucht Fragen, die mancher als blasphemisch empfinden wird, zu beantworten. Scheitert Gott? Liebt Gott? Verliert Gott das Interesse?

Es ist kein leichtes Lesevergnügen, das sich einem da anbietet, da man sich manchmal schon anstrengen muss, den Gedanken des Autors zu folgen. Aber wenn man es dann mal getan hat, kann man ein Werk, das immerhin einen Pulitzerpreis gewonnen hat, mit einem reinen Gewissen in sein Bücherregal stellen.

Jochen Furthmüller, 9. März 2006




John Irving: "Die vierte Hand"

ISBN: 3257233701

Die vierte Hand: Es dreht sich um die Geschichte eines Fernsehmoderators, um dessen linke Hand, um seine Beziehung zu seiner Hand, um die Beziehung einer Witwe zur Hand. Um die Beziehung zwischen einer Witwe und einem Fernsehmoderator. Ein tolles Buch.

Gibt es noch mehr zu schreiben? Vielleicht, was ich oft auf Einbänden vieler Romane Irvings gelesen habe. Die Einbindung vieler unterschiedlicher so lebendiger Charaktere, die allesamt eigene Geschichten, besondere Gefühle beitragen, zu einem großen schlüssigen Geflecht, das ganze Welten schafft. Welten, in denen - zwar immer die Orientierung behaltend - es doch möglich ist, die Verschmelzung vieler verschiedener Charaktere zum einen eigenen des Lesers zu erleben, der ihm einen Spiegel darstellt, Position zu finden. Und so habe ich es auch erlebt. Anfangs ärgerte ich mich noch um die zu offensichtliche Schwarz-weiß-Malerei und die zu grobe Positionierung, doch liest man weiter, erschließen sich bald mit neuen Charakteren scharfe Abgrenzungen und eine übergeordnete Moral. Letzten Endes führt all das zu einem noch empfindlicheren Umgang mit einem Thema.

Vielleicht noch: Es herrscht doch ein ziemlich frivoles Treiben mitunter... Doch ich vermute, allein auf diesen Hinweis hin das Buch zu lesen, wird die Enttäuschung folgen lassen. Hoffe ich. Denn ein anderes Buch will ich nun doch nicht empfehlen. :-)

Sebastian Göhler, 25. Februar 2006




Andrea De Carlo: "Zwei von Zwei"

ISBN: 3492232949

Ital. Titel: Due di due

Andrea de Carlo erzählt vor dem Hintergrund der 68er Jahre die Geschichte einer Freundschaft, die exemplarisch für seine Generation sein soll. Mario, der Ich-Erzähler, und Guido, beide aus mehr oder weniger kleinbürgerlichen Verhältnissen, aber völlig unterschiedliche Charaktere, lernen sich 1968 in Mailand in der Schule kennen. Guido ist der aggressivere, frühreif, voller Ideen und Utopien, antiautoritär, Mario ist von ihm fasziniert, wird sein treuester "Fan". Sie erleben zusammen die politischen Wirren jener Jahre, aber auch die erste Liebe. Dann trennen sich ihre Wege... bis sie sich als Erwachsene in völlig neuen Rollen wiedersehen.... selten ist mir in den letzten Jahren ein Buch so nahe gegangen!

Marita Mittag, 09. Februar 2006




Mark A. Gabriel: "Islam und Terrorismus"

ISBN: 393519739X

Als Professor für Islamgeschichte der Al-Azhar Universität in Kairo zweifelte der Autor an der Friedfertigkeit des Islam. Nachdem er seine Zweifel öffentlich dazu geäußert hatte, wurde er gefoltert und sollte getötet werden. Er sagte sich von seinem Glauben an Allah los und nach einem Jahr "Gottlosigkeit" bekehrt er sich zum Christentum.

Heute lebt der Autor in den USA und setzt sich mit den Unterschieden zwischen Islam und Christentum auseinander. Seinen jetzigen Namen Mark A. Gabriel hat er nach seiner Bekehrung angenommen. In seinem Buch "Islam und Terrorismus" beschreibt er nicht nur seine Lebensgeschichte, sondern er untersucht auch die Wurzeln des modernen Terrorismus. Sie liegen, wie er belegt, im Islam begründet. Doch westliches Wunschdenken will dies nicht wahrhaben. Auch darf oder muss jeder Moslem lügen, wenn es um die Wahrung und Verbreitung des Islam geht. Die Wurzeln des Terrorismus reichen auf Mohammed zurück. Beginnend in seinem Exil in Medina baute er auf Gewalt beruhende Macht aus und scheute vor Mord und Raubzügen nicht zurück. Das Endziel des Islam, die weltweite Unterwerfung, wird daher auch mit den Mitteln der Gewalt realisiert. Der Islam wird nicht als normale Religion betrachtet und muslimische Nationen sind nicht normale Nationen, denn sie sollen auf Befehl Allahs über die ganze Welt herrschen.

Gabriel setzt sich auf Grund seiner persönlichen Erfahrungen besonders mit den Wurzeln des Djihad in Ägypten auseinander. Zuerst richtete sich der Kampf gegen säkulare Regierungen. Nunmehr richtet sich der Kampf gegen den Westen. Man spürt in diesem Buch, dass sich der Autor seinen ehemaligen moslemischen Glaubensbrüdern verbunden weiß. So beschreibt er auch am Schluss, wie wir die Denkweise eines Moslem verstehen können und wie Christen mit Moslems sprechen sollten ...

Ein unglaublich interessantes Buch, wer anfängt es zu lesen, kann es nicht mehr zur Seite legen. Schnell wird dem Leser klar, dass es dem Autor kein Anliegen ist, Haß zu schüren, sondern einen tieferen Einblick in die Welt des Islam zu geben. Besonders favorisiere ich den Teil des Buches, in dem erklärt wird, wie wir als Christen auf Moslems zu gehen können, was besonders wichtig ist, und welche Glaubensrfragen einen Moslem besonders herausfordern.

Manuel Furthmüller, 10. Januar 2006




Gisbert Haefs: "Troja"

ISBN: 3453879635

Den Stoff, von dem dieser historische Roman handelt, meint wohl jeder zu kennen: Schöner Paris raubt noch schönere Helena und die griechischen Helden rücken aus um sie aus Troja zu retten. Spätestens seit der Verfilmung des Epos mit Brad Pitt ist die Handlung auch uns geläufig, die wir nicht Plato in der Schule übersetzten.

Gisbert Haefs gelingt es aber, diese Geschichte ganz neu zu erzählen, ohne sie neu zu erfinden: Aus der Perspektive eines assyrischen Händlers wird der Raubzug der Griechen gegen die Blühende Metropole geschildert. Von einer anfangs etwas langatmigen Rahmenhandlung ausgehend, nimmt er den Leser hinein in eine faszinierende Epoche. Der Niedergang einer militärischen und kulturellen Großmacht, und der Konflikt wirtschaftlicher Interessen, all dies bildet das Panorama vor dem sich das Leben der Protagonisten abspielt.

Und wenn ein Leser nach mehreren hundert Seiten gebannt liest, um ein Ende zu lesen, das er eigentlich schon kennt, dann zeugt das durchaus von den erzählerischen Qualitäten des Autors. Die Hauptpersonen, deren exotischen Namen wie zum Beispiel Awil-Ninurta, Djoser oder Keret am Anfang nur schwer in meinen Kopf hineinwollten, wachsen einem regelrecht ans Herz. Da kann man mitfühlen, mitjubeln und mitleiden.

Jochen Furthmüller, 19. Dezember 2005




Thomas Gifford: "Assassini"

ISBN: 3404135091

Das Buch "Assassini" handelt von einem zur Zeit recht beliebten Thriller-Thema: die katholische Kirche als Schauplatz zum Teil abstruser aber durchaus unterhaltsamer Verschwörungen. Da es (so weit ich weiß) ein paar Jährchen vor "Die Truhe des Arcimboldo", "Die Päpstin" oder den Dan Brown Büchern erschien, war es für mich ein völlig neues Roman-Metier. Nach wie vor halte ich es für eines der besseren, wenn nicht sogar eines der besten Bücher, die ich gelesen habe.

Das liegt vor allem am Schreibstil des Autors. Thomas Gifford versteht es wunderbar, einen langen Spannungsbogen zu konstruieren, der den Leser in seinen Bann zieht. Die Fähigkeit, seinen Leser auf falsche Fährten zu locken und am Ende mit einer raffinierten Pointe aufzuwarten hat er perfektioniert. Und im Vergleich mit Dan Browns "Illuminati" wirkt der Schluss weniger überdreht. Da ist eben wie so oft weniger mehr.

Zur Handlung: Der Protagonist Ben Driskill ist der Sohn eines sehr vermögenden u nd einflussreichen amerikanischen Katholiken. Als seine Schwester, eine junge Nonne, brutal ermordet wird, beginnt er nach dem Grund für ihren Tod zu forschen. Und gerät auf die Spur der Assassinen. Einer reaktivierten "Killer-Truppe" der Päpste im Mittelalter. Doch wer zieht die Fäden, wer ist der Urheber des Komplottes?

Jochen Furthmüller, 24. November 2005




Alessandro Baricco: "Die Legende vom Ozeanpianisten"

ISBN: 3492041043

Der Autor klärt darüber bereits im Vorwort auf: Es ist eine ungewöhnlich dargestellte Erzählung, ungewöhnlich in ihrer Form. Es scheint, erzählt auf einer Bühne, im Monolog eines Schauspielers. Doch bald schon fühlt man sich versetzt, gemeinsam mit dem Erzähler, zu den Schauplätzen der Erzählung. Weg von der Bühne. Vereinzelt sind Regieanweisung angegeben. Einzig für das Verhalten des Erzählers, der zuweilen zwischen zwei Rollen wechselt. Das alles gestaltet sich zu einem großen Lesespaß.

"Liverpool * New York * Liverpool * Rio de Janeiro * Boston * Cork * Lissabon * Santiago de Chile * Rio de Janeiro * Antillen * New York * Liverpool * Boston * Liverpool * Hamburg * New York * Hamburg * New York * Genua * Florida * Rio de Janeiro * Florida * New York * Genua * Lissabon * Rio de Janeiro * Liverpool * Rio de Janeiro * Liverpool * New York * Cork * Cherbourg * Vancouver * Cherbourg * Cork * Boston * Liverpool * Riode Janeiro * New York * Liverpool * Santiago de Chile * New York * Liverpool, Ozean, mittendrauf. Genau an dieser Stelle fiel das Bild von der Wand..."

Anfangs versucht man noch angestrengt, den Stationen der Routen zu folgen, überspringt dann einzelne, liest schneller, rast, fliegt über den Text. Versucht, Halt zu finden. Das Ende auszumachen. Stop! "Ozean, mittendrauf"! Es folgt ein wundervoller Vergleich, den ich nicht vorwegnehmen möchte.
Ein Beispiel ist hier gefunden, an dem deutlich wird, woher der große Lesespaß rührt. Es ist das Gefühl, alsbald selber Erzähler zu sein, Anweisungen zu horchen, die Stimme dem Text folgend, laut heraus die Erzählung als eigene Erfahrung auf der Bühne mitzuteilen.

Es ist die Geschichte des Danny Boodmann T.D. Lemon Novecento. Eines Findelkinds, das zum Start des Jahres 1900, von dem Matrosen Danny Boodmann an Bord der VIRGINIAN ausgemacht und aufgenommen wird. Er gerät zu einem großartigen Pianisten, wird zum Teil der Bordband des Ozeandampfers. Jahrelang hat die Rolle des anfänglichen Erzählers mit ihm gemeinsam Trompete gespielt...

Sebastian Göhler, 23. November 2005


Alessandro Baricco: "Die Legende vom Ozeanpianisten"

ISBN: 3492041043

Kleiner Nachtrag zum Beitrag über den Ozeanpianisten:

Es gibt eine (ausnahmsweise) wirklich gelungene Verfilmung der Novelle (wird auch des Öfteren auf Bühnen aufgeführt) aus dem Jahr 1999 (?) mit Tim Roth - einer der seltenen Filme, der nicht enttäuscht, nachdem man vorher das Buch gelesen hat.

Marita Mittag, 09. Februar 2006





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